Entwicklung

Bestandteil meiner Arbeit ist das Reisen. Ich erlebe da eine Menge. Auch Unschönes. So zum Beispiel die freilebenden Hunde, welche mich auf meinen Radrunden hier in der Türkei immer wieder attackieren. Absolute Highlights und Erinnerungen daran sind immer noch die Bißspuren in meinem Schuh, als es eines dieser Biester es tatsächlich schaffte, an mich heranzukommen. Zum Glück war das damals nur ein kleines Modell. Wenn mich einer von den großen – ich meine richtig groß – erwischen würde, dann gute Nacht. Ich frage mich dabei immer, warum ich? Was ist an mir so anders, als an den Einheimischen, die von den Hunden praktisch nicht beachtet werden?

Anders wurde mir dann letztens durch die Menschen, die hier leben. Obwohl Dezember, ist es mit 18 Grad Celsius für mich als weltoffenen Mitteleuropäer warm genug, um in kurzen Hosen und T-Shirt Sport zu treiben. Das ist auch grundsätzlich hier in der Südosttürkei in Mittelmeernähe möglich. 2012 war das noch schwieriger, es hat sich einiges entwickelt. Allerdings war ich letztens etwas unvorsichtig, zu sehr im Sport-flow und mit mir selbst beschäftigt. Die erste Warnung in Form des Anblickes von 2 komplett aufgerüsteten Polizisten nahm ich noch als normal hin. Die im Schatten wartenden Kollegen der beiden – alle in schwarz und vermummt – ließen mich aufmerksamer werden. Dann sah ich den Wasserwerfer, verstand aber immer noch nicht vollständig. Hinter der nächeten Kurve kam die Erleuchtung: vor mir war eine Wand aus verhüllten Frauen mit Plakaten und gleichfarbigen Schals. Von einer auf die andere Sekunde wurde ich mir meiner der Situation unangepaßten Kleidung bewußt.

Durch einen abrupten Richtungswechsel entging ich der Konfrontation. Ein paar zornige Blicke waren hinter den Schleiern deutlich erkennbar. Einer der im Hintergrund bleibenden zugehörigen Männer sagte etwas zu mir. Das klang nicht freundlich.

Wenig später dann, gleiches Land, gleiche Stadt: zum 1. Mal sah ich hier jemanden auf Rennrädern – 4 junge Männer. Wenig später wurde ich auf dem langen Anstieg zur Universität hoch von einem anderen Mountainbiker überholt. Kurz danach kamen mir ein Mann und sein ca. 12 jähriger Sohn auf MTBs entgegen und grüßten freundlich. Genau wie der nächste MTB-Fahrer,der trotz rasanter Abfahrt kurz die Hand zum Gruß hob. Zum Abschluß dann traf ich noch einmal 2 Rennradler, beide am Unterlenker mit ordentlich Speed unterwegs.

Was ich mich jedesmal fragte: wie gehen die mit den Hunden um? Oder mit der Intoleranz ihrer Mitmenschen?

Ich hatte eigentlich vor, mein MTB (welches ich ja nur 1-2 Mal nutzen kann, wenn ich hier bin) zu verkaufen. Zu nervig die Hundeattacken, der Verkehr, die Infrastruktur hier sind. Die letztgenannten Erlebnisse lassen mich daran zweifeln. Vielleicht sollte ich das Fahrrad doch behalten.

Wenn sich da was Positives entwickelt, dann wäre das ein Traum. Bleibt am Ende noch das Schwimmen. Meine früheren Erfahrungen hier waren auch nicht gerade positiv. Vielleicht habe ich ja noch die Möglichkeit, mich durch das Strassenchaos zu den sehr restriktiven Eintrittszeiten ( Einlaß nur alle 2 Stunden) an den für Männer geöffneten Tagen (Dienstag und Donnerstag) auch dort ein Weiterentwicklung zu beobachten.

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