Der längste Tag 2019…

…beginnt mit dem Nachmittag davor, als ich so überhaupt keine Lust verspüre. Keine Lust, am nächsten Morgen früh aufzustehen und sich körperlich anzustrengen. Das ändert sich zum Glück und erfahrungsgemäß pünktlich mit dem Startschuß. Ein seltsames Gefühl ist es aber schon, sich Monate lang vorzubereiten und dann einfach keinen Bock.

Der erwähnte Startschuß schickt 140 Sportlerinnen und Sportler auf die eröffnende , 1500m lange Schwimmstrecke. 129 werden das Ziel erreichen. Aber zunächst erstmal durch Wasser zum Rad. Ich frag mich die ganze Zeit, wie ich nächstes Jahr mehr als doppelt so viel schwimmen soll oder kann. Bei 700m fängt mein Kälteschutzanzug am Hals an zu scheuern  (und hinterläßt dort eine häßliche Stelle). Bei 1400m bin ich endlich richtig fokussiert. Bei 1500m bin ich relativ locker raus aus dem Wasser. Vielleicht etwas zu locker, hat wieder nicht für die angestrebten 2:00min/100m gereicht:

swim:1500m – 31:49min – 2:07min/100m

Der Radstart nach schnellem und einfachen Wechsel in der super organisierten Wechselzone wie gewohnt hart. Das ist immer der Moment der höchsten Herzfrequenz, der gefühlt größten Belastung. Noch dazu kommt kurz nach dem Start auch gleich das Highlight: der Berg, die Steinbecker Spitze. 700m Anstieg mit 10% Steigung. Hab ich schon tausendmal gemacht, mein Hausberg – die Marienburg –  entspricht dem. Also schalte ich runter, und noch mal, und nochmal…. und plötzlich ist da nix mehr. Aber ich brauche noch einen kleineren Gang! Sonst muß ich mich hier viel zu sehr anstrengen! Nützt nix, kein Gang mehr da, also mit Rentner-E-bike-Trittfrequenz da hoch. Oben auf dem Hochplateau glaubt man, das Schlimmste wäre überstanden. Aber irgendwas bremst, das Rad will nicht rollen, verdammt, wer hält mich da fest?  24km/h Durchschnitt. Fühlt sich nicht wie sportliche  Leistung an. Bis zur nächsten Rechtskurve. Danach fliegt die Kette immer weiter aufs nächste Zahnrad, bis auch in dieser Richtung kein Gang mehr übrig ist. Ich mache mich ganz klein, lege mich in den Lenker und jage mit mehr als 64km/h ins Tal. Dieses ganze Spiel wiederholt sich 5 Runden lang. 5x fluchend den Berg rauf, 5x breit grinsend wieder runter rasend. Irgendwo dazwischen noch weitere Kilometer, die aber irgendwie untergehen. Was bleibt ist die Erinnerung an diesen Anstieg und die Anfeuerung durch die Liebste zum Ende jeder Runde:

bike: 70km – 2:12:47h – 31.4km/h – 199W NP

Was auch bleibt ist die Erinnerung an den Laufstart. Keine weichen Beine, keine Krämpfe, kein unrundes Gefühl. Es läuft im wahrsten Sinne. Es läuft viel zu gut. Viel zu schnell beginne ich, bremse mich bis zu dem Tempo, das ich meine durchlaufen zu können. 2x 5km Runden laufe ich so in ca. 53 min. 5:19min/km. Bis dahin ist alles gut. Ab km 13 wird es dann hart. Ich spüre die Hitze. Bei km 15 will ich dann mein letztes Energie-Gel nehmen. Linke Tasche des Rennanzuges: leer. rechte Tasche: leer. Alles verbraucht. Ganz einfach verzählt bei der Planung des Energienachschubes. Bis zum Ziel kommen noch 2 Verpflegungsstationen, an denen ich mich mit Cola über Wasser halte.  Aber so sehr mein Kopf auch kämpft, die Beine können einfach nicht mehr schneller. Für die finalen 2x5km brauche ich dann ca. 2Minuten länger als für die am Anfang: 55min oder 5:32min/km.

run: 21.1km – 1:52:18h – 5:26min/km

Am Ende werden es:

4:36:56h, gesamt 68 (129) AK 10 (19)

Den Zieleinlauf genieße ich dann sehr. Geschafft, der Hitze getrotzt, den Berg bezwungen. STEELMAN .Und im Hinterkopf schon die große Frage:

Bin ich bereit für die doppelte Distanz?

IMG-20190624-WA0006

 

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s